Fitocracy und Gamification

fitocracy_symbolDie App Fitocracy ist soziales Netzwerk, in dem sich die Teilnehmer selber sportliche Ziele setzen, die sie erreichen möchten. Diese selbst festgelegten Ziele und Herausforderungen werden anderen Nutzern der App angezeigt und sollen sie motivieren, diese Ziele ebenfalls zu erreichen und sich so gegenseitig zu messen. Durch das Erreichen eines Ziels und durch sportliche Aktivitäten werden dem Nutzer Punkte gut geschrieben durch die er in ein höheres Level aufsteigen kann. Zusätzlich werden die Fortschritte des Nutzers aufgezeichnet. Durch die Anwendung von diesen spielerischen Elementen soll eine Motivationssteigerung zu sportlichen Aktivitäten erfolgen. Fitocracy ist mit mehr als über eine Millionen Nutzern in den USA sehr beliebt. Eine deutsche Version gibt es bislang nicht.

Gamification-Ansätze

Sammeln (Collecting)

Fitocracy hat sich zum Ziel gesetzt, eine vollständig auf Gamification ausgelegte Fitnessplattform zu bieten. Dementsprechend entdeckt man trotz der ernsteren Aufmachung an jeder Stelle Gamification-Elemente. Da grundsätzlich jede Sportart unterstützt wird, gibt es eine Vielzahl an Abzeichen, die man sowohl durch Aktivitäten in der Community (Kommentare posten, Wettbewerbe gewinnen usw.) als auch durch reine sportliche Aktivitäten (Insgesamt 500 km schwimmen, Hanteltraining etc.) erreichen kann. Darüber hinaus gibt es Quests, die ebenfalls im Profil angezeigt werden. Quests werden sowohl von Fitocracy vorgegeben, als auch von Interessengruppen (mehr dazu unter dem Punkt Austausch). Die ersten Aufgaben sind noch relativ leicht (30 Minuten Sport treiben, einmal um den Block laufen oder fünf mal die Treppe dem Aufzug vorziehen) und steigern sich in ihrer Schwierigkeit nach euren Fähigkeiten.

Die Funktionsvielfalt in Fitocracy hat mich zu Beginn erschlagen. Spezielle Kennenlerngruppen für neue Mitglieder schaffen da Abhilfe.

Die Funktionsvielfalt in Fitocracy hat mich zu Beginn erschlagen. Spezielle Kennenlerngruppen für neue Mitglieder schaffen da Abhilfe.

Punkte (Points)

Für eure Aktivitäten auf Fitocracy, wie zum Beispiel das Erledigen von Quests, erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die euch ähnlich wie in einem Rollenspiel aufleveln lassen. Euer Level dient somit als Indikator für eure sportliche Aktivität und ist für jedes Mitglied sichtbar.

Feedback

Da Fitocracy hauptsächlich ein soziales Netzwerk darstellt, bekommt ihr tatsächlich eine Menge Feedback von anderen Nutzern. Bereits bei meinen ersten Workouts, haben mir einige Gruppenmitglieder meine Aktivitäten kommentiert und mich angespornt. Der Communitygedanke ist her sehr groß und viele Mitglieder nutzen die angebotenen Funktionen sehr aktiv. Darüber hinaus gibt Fred, das Maskottchen von Fitocracy in regelmäßigen Abständen Tipps und Vorschläge zum weiteren Vorgehen. Darüber hinaus gibt es ein Premiummodell (Fitocracy Hero) das neben einer statistischen Auswertung in Form eines Wochenberichtes auch die Möglichkeit von Kursen mit einem bestimmten Fitnessziel. Diese Gruppentrainings bestehen aus maximal 30 Leuten, die über einen bestimmten Zeitraum mit einem Trainings- und Ernährungsplan von einem Fitocracy-Trainer betreut werden1 . Hier erhält man für die Laufzeit ein individuelles Feedback von einem Fitness-Experten.

Eine Jahresmitgliedschaft kostet in der Regel 60 US-Dollar.

Eine Jahresmitgliedschaft kostet in der Regel 60 US-Dollar.

Austausch (Exchange)

Der Austausch mit den anderen Usern ist eine der größten Stärken von Fitocracy und ich war wirklich erstaunt, wie herzlich ich von den anderen Mitgliedern empfangen wurde. Durch die Einteilung in Interessengruppen, ist man direkt mit Gleichgesinnten verbunden und wird durch deren Aktivitäten zusätzlich motiviert. Die Interessen sind nicht auf eine Sportart beschränkt, sondern können sich ebenso um die Themen Kochen, allgemeine Fitness drehen oder etwa gezielte Training bei Beschwerden (z.B. Rückenprobleme) als Grundlage haben. Jede Gruppe bietet eine eigene Timeline, auf der sich die Mitglieder austauschen und in Wettbewerben gegeneinander antreten können. Auch die Ranglisten sind nach Interessengruppen sortiert. Wer eine Premium-Mitgliedschaft bestitzt kann zusätzlich Einzelduelle gegen andere Mitglieder austragen.

Gruppen-Wettbewerb in der Gruppe "Couch to 5K" (Screenshot vom 16. Januar 2014)

Gruppen-Wettbewerb in der Gruppe „Couch to 5K“ (Screenshot vom 16. Januar 2014)

Individualisierung (Customization)

Fitocracy bietet ausreichend Möglichkeiten, um sich vollständig den eigenen Interessen zu widmen. Jede sportliche Aktivität kann erfasst werden und die Anzahl an nutzergenerierten Quests und Interessengruppen ist unzählbar groß. Darüber hinaus lassen sich eigene Trainingspläne anlegen – was mir persönlich allerdings fehlt ist die Schnittstelle zu vielen anderen Tracking-Apps.

Die Unterteilung in Interessengruppen sorgt für die schnelle Verbindung mit Gleichgesinnten

Interessengruppenen sorgen für die schnelle Verbindung mit Gleichgesinnten

Verspieltheit / Fazit

Screenshot der Abzeichen

Screenshot der App

Obwohl Fitocracy stark auf Gamification-Mechanismen setzt, ist die Aufmachung der Webseite und App dennoch sehr seriös gehalten. Das ist insofern sinnvoll, um eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen und ein Musterbeispiel für den richtigen Einsatz von Gamification. Die Anzahl integrierter Mechanismen, wie zum Beispiel Quests, Level, Punkten oder Ranglisten, ist wirklich beachtlich und wirkt sehr stimmig. Lediglich neue Anwender könnten von der Funktionsvielfalt und Aufmachung verschreckt werden, sodass ich in der Einführungsphase für Beginner noch Platz für Verbesserungen sehe. Darüber hinaus wirkt die Webseite übersichtlicher als die App.

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  1. siehe http://www.fitocracy.com/knowledge/group-fitness/ – Zuletzt abgerufen am 17. Januar 2014 

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About the Author

Niclas Deißler

Niclas Deißler studiert seit 2010 an der Technischen Universität Ilmenau Angewandte Medienwissenschaft. Durch diesen Studiengang konnte er schon zahlreiche Erfahrungen in den Bereichen PR, Entrepreneurship und Marketing sammeln. In seiner Freizeit schreibt er auf DigitalFit.de rund um die Themen Quantified Self, Gamification, Fitness-Gadgets und E-Health.

One Comment

  1. Ich bin da schon seit der Beta-Phase aktiv und kann deinem Fazit vollkommen zustimmen – seit Beginn hat sich in Sachen Seriosität einiges getan, was ich gar nicht mal so schlecht finde.

    Die erste Version, die ich mitbekommen habe, hatte einen blauen Hintergrund und war vergleichsweise sehr sehr bunt gehalten. Aktuell sinds ja eher Weiß- und Lilatöne, verpackt in ein Flat-Design. Ich hab’s übrigens mit diversen Gadgets verbunden, aber ich nutze noch lange nicht alle Funktionen wie etwas die Erfassung meiner Ernährung. Es gibt dort übrigens auch sehr interessante Artikel zum Thema Gesundheit und Fitness!

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