Zombies, Run! und Gamification

zombiesrunlogoDie App Zombies, Run! wurde im Jahr 2011 auf Kickstarter vorgestellt und erfolgreich finanziert. Mittlerweile ist der zweite Teil für iOS- und Android Geräte erhältlich.

Zombies, Run! lässt sich wahrscheinlich gleichermaßen in die Kategorie Lauftrainer und Spiel einordnen und erinnert in seiner Aufmachung stark an Letzteres. Während des Laufens hört der Nutzer ein abenteuerliches Hörspiel während seines Trainings. Währenddessen wird er von Zombies verfolgt und sammelt unterwegs Gegenstände ein, mit denen er seine Basis ausbauen kann. Dies erfährt man auf akustischem Wege direkt während des Trainings. Durch die regelmäßigen Zombieattacken wird man aufgefordert schneller zu laufen umso den Zombies zu entkommen – im Grunde handelt es sich also in diesen Phasen um ein Intervalltraining. Wenn der Nutzer es schafft den Zombies zu entkommen oder eine gewisse Punktzahl erreicht, werden Gegenstände automatisch beim Laufen aufgesammelt. Das Hörspiel besteht aus Dialogen und Funksprüchen, die zwischen der Playlist mit eigener Musik abgespielt werden.

Ist das Training beendet kann der Nutzer den aufgezeichneten Lauf auf der Webseite des Herstellers analysieren. Auf einer Karte werden die Standorte und die Schnelligkeit der Zombies sowie die vom Nutzer gesammelten Gegenstände angezeigt, die er zum Aufbau einer Basis verwenden kann. Hier werden die Strecke, die Zeit und die Schnelligkeit des Laufes angezeigt. Zusätzlich wird die Maximalgeschwindigkeit bei einem Zombieangriff oder beim Lieblingssong gemessen. Wer darüber hinaus RunKeeper nutzt, kann Zombies, Run! hiermit verknüpfen um die Daten seiner Läufe ebenfalls komplett in RunKeeper zu verwalten.

Gamification-Ansätze

Sammeln (Collecting)

Zombies, Run! bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Sammeln. Zum einen gibt es verschiedene Achievements, die erreicht werden können und zum anderen motiviert das Spiel durch zufällige Gegenstände, die man während des Laufens findet (Erinnerung: Der Zufall fällt unter das Spielelement Mechanik).

Punkte (Points)

Der Fortschritt ist zum einen über die gelaufenen Kilometer und zum anderen über die gesammelten Vorräte erkennbar. Hier bietet der Entwickler Six to Start mit ZombieLink eine Onlineplattform zur Auswertung der eigenen Daten und bietet zu jeder Mission eine Übersicht über die Läufe der Community. Ein Vergleich mit anderen Spielern ist allerdings direkt nicht möglich.

Feedback

Über die Kopfhörer erhält man ein direktes Feedback über den aktuellen Lauf, hierzu gehört neben den gelaufenen Kilometern ebenso die spielerischen Elemente wie ein Zombieangriff oder das Aufsammeln eines Gegenstandes. Über ZombieLink lässt sich der eigene Lauf im Nachhinein analysieren.

Austausch (Exchange)

Die App bietet keine Möglichkeit zum Austausch mit anderen Anwendern.

Individualisierung (Customization)


Durch die Möglichkeit, seine die gesammelten Ressourcen zu verwalten um die eigene Basis individuell auszubauen bietet Zombies, Run! einige Individualisierungsmöglichkeiten. Auch die Integration der Funksprüche in die eigene Playliste kann man als Individualisierungsoption bezeichnen.

Für den Ausbau eurer Basis stehen unterschiedliche Gebäudetypen und Upgrades zur Verfügung

Für den Ausbau eurer Basis stehen unterschiedliche Gebäudetypen und Upgrades zur Verfügung

Verspieltheit / Fazit


Zombies, Run! ist sehr verspielt und es Grenze zu einem vollwertigen Spiel ist hier durchaus schwammig. Da die App aber in erster Linie das Lauferlebnis durch den Hörspiel-Aspekt und das Sammeln von Vorräten erweitert, kann man es mit einem Augenzwinkern noch dem Gamification zuordnen – auch wenn hier der Nicht-Spiel-Kontext meiner Meinung nach überschritten wurde, diese Perle wollte ich euch nicht vorenthalten! 🙂

Es gibt übrigens neben den Storymissionen noch zwei weitere Spielmodi. Während man in den Storymissionen grundsätzlich an ein Zeitlimit gebunden ist, hat man im „Race Modus“ eine feste Strecke zu bewältigen, die mit einem Hörspiel verbunden ist. Besonders witzig finde ich den Airdrop-Modus, den ihr alternativ für den Fortlauf der Story wählen könnt: Auf der Karte markiert ihr einen entfernten Punkt, an dem sich eine Vorratskiste befindet. Diese müsst ihr erreichen und anschließend wieder zum Startpunkt (eurer Basis gelangen). In der Praxis ist es eine ganz nette Alternative, wenn man statt einer gewissen Zeit oder Strecke mal einen beliebig gewählten Ort als Laufziel festlegt.

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About the Author

Niclas Deißler

Niclas Deißler studiert seit 2010 an der Technischen Universität Ilmenau Angewandte Medienwissenschaft. Durch diesen Studiengang konnte er schon zahlreiche Erfahrungen in den Bereichen PR, Entrepreneurship und Marketing sammeln. In seiner Freizeit schreibt er auf DigitalFit.de rund um die Themen Quantified Self, Gamification, Fitness-Gadgets und E-Health.

3 Comments

  1. Cooles Konzept, dass da hinter Zombie Run steckt – ziemlich kreativ ein Intervalltraining hinter einem Zombieangriff zu verstecken. haha 😀

    Ist es denn gleichwertig mit „richtigen“ Lauftrainern oder mehr Spielerei als Nutzen?

    • Hey Mario,

      ich hab mir nach ein paar Runden direkt den Season Pass für 6,99 Euro geholt. Die Auswertungen haben mich um ehrlich zu sein positiv überrascht, da erhält man mehr als ich erwartet hätte (siehe Screenshots). Apps wie RunKeeper und Runtastic spielen da aber natürlich in einer ganz anderen Liga – alleine was die unterschiedlichen Trainingsarten oder die Unterstützung von Pulsmessern angeht.

      Der Basisaufbau interessiert mich grundsätzlich gar nicht, aber das Hörspiel ist recht spannend – da hat der Bartel-Test bei mir voll versagt, denn somit wäre ich eher ein Explorer (siehe Spielertypen: http://digitalfit.de/spielertypen/ ) 😉 Ich habe mir da also meinen Nutzen herausgeschlagen – es ist also nur so viel Spielerei wie du möchtest 🙂 Ich selber ziehe derzeit für mein persönliches Lauftraining noch eine andere App dem Training mit RunKeeper vor, aber mittlerweile liebäugle ich mit einem Wechsel – vor allem die vielen Schnittstellen zu anderen Apps/Gadgets (wie z.B. Run, Zombies!) sind Gold wert. Für mich wirkt es derzeit so, als möchte Runtastic lieber ein eigenes, geschlossenes System anbieten – das schreckt mich zur zeit ein wenig ab…

  2. Als Intervalltraining und Vorbereitung wahrscheinlich wirklich nützlich, aber für Anfänger wohl weniger geeignet. 😉
    Nichtsdestotrotz ein gutes Beispiel für Gamification und laut Game-Designer Adrian Hon ist Zombies, Run! sogar der Antworten

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